Am 12.03. wurde die Studie zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erzbistums Paderborn veröffentlicht. Sie umfasst die Amtszeiten der Kardinäle Jäger und Degenhardt zwischen 1941-2002. Eine gesonderte Studie, die die Amtszeit des ehemaligen Erzbischofs Hans Josef Becker betrifft, wird noch erstellt. Die vorliegende Studie wurde 2020 vom damaligen Erzbischof Becker in Auftrag gegeben und ausschließlich von Mitarbeitenden der Universität Paderborn unter Leitung von Frau Prof.Dr. Nicole Priesching erstellt. Hierzu hatte die Kommission eine uneingeschränkte Einsicht in die notwendigen Dokumente und Akten. Etwa fünf Prozent der Kleriker sind für die dokumentierten Straftaten verantwortlich. Hinzu kommen die Personen, die im kirchlichen System diese Taten durch ihr Fehlverhalten ermöglicht haben. Zur Erstellung der Studie hatten die Verantwortlichen freie Hand und waren an keinerlei Vorgaben von Seiten des Erzbistums gebunden.
Auf der Homepage des Erzbistums steht die Studie zum Download zur Verfügung. Hier finden sie ebenso Informationen, welche veränderten Umgangsformen und Maßnahmen das Erzbistum seit 2011 ergriffen hat, um solche Taten in Zukunft größtmöglich zu verhindern.
In der Pressekonferenz am Tag nach der Veröffentlichung der Studie wendet sich Erzbischof Dr. Benz ausdrücklich an mögliche Betroffene, denen es bisher aus Scham oder aus anderen Gründen noch nicht möglich war, ihre erlittene Gewalt zu benennen, sich an das Erzbistum zu wenden. Sie werden gehört und finden Beachtung. Ebenso wird weiterhin die finanzielle Anerkennung des Leides zugesagt, wo dies geboten ist. Es gibt hierfür keinen begrenzten Fonds. Die Kontakte zu fachkundigen Gesprächspartnern sind ebenfalls auf der Homepage des Erzbistums zu finden.
Der Vorsitzende des Betroffenenrates, Reinhold Harnisch, hat während dieser Pressekonferenz deutlich gemacht, dass ihnen im Umgang mit dem Erzbistum ihre Würde neu zurückgegeben wurde. Dies konnte und kann auch in Zukunft nur gelingen, da das Erzbistum sich schonungslos seiner sehr dunklen Vergangenheit stellt als ein Kapitel, das leider auch zur Geschichte des Erzbistums Paderborn gehört. Die Pressekonferenz ist auf dem Videoportal Youtube unter dem Kanal des Erzbistums Paderborn in voller Länger abrufbar.
Wir können uns vorstellen, dass sie auch als ChristIn einen persönlichen Schmerz im Blick auf diese Thematik empfinden.
Wenn sie diesen mitteilen möchten, können sie sich an ihr pastorales Personal vor Ort oder an die eigens eingerichtete Hotline des Erzbistums wenden.